Soziales Engagement als Erziehungsziel
„Das Erziehungsziel, sich verantwortungsvoll als Christ vor Gott und gegenüber den Mitmenschen zu verhalten“ (§2 Abs. 3 der Grundordnung für die bischöflichen Schulen im Bistum Aachen) wird am Bischöflichen Pius-Gymnasium mit einem vielfältigen sozialen Engagement angestrebt. Dabei sollen die Schüler/innen Verständnis für andere Völker und Kulturen gewinnen und soziale Verantwortung entwickeln.
Seit 1992 bestehen enge Kontakte der Schule zu Waisenhäusern der Societatea de caritate Iulia in Alba Iulia (Rumänien) und Arco Iris in La Paz (Bolivien). Hier wird Waisenkindern und Straßenkindern ein Leben in der Gemeinschaft, eine Schul- und Berufsausbildung ermöglicht.
Anfangs wurden über 50 Schultaschen gefüllt mit Schreibmaterial und Heften nach Alba Iulia geschickt. Bald übernahmen Klassen des Pius-Gymnasiums Patenschaften für einzelne Kinder, von deren Schicksalen sie sehr beeindruckt und betroffen waren. Patenschaft heißt in diesem Fall nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern darüber hinaus persönlicher Kontakt untereinander, so dass hier eine Verständigung über alle Grenzen hinweg entstand. Die Hilfe wurde ausgeweitet durch regelmäßige Spenden aus dem Erlös des Piusfestes, durch Benefizkonzerte, Piuslauf und die Nikolausaktion, mit denen unsere Schule jedes Jahr sehr tatkräftig die Projekte fördert. In regelmäßigen Abständen bekommen wir Briefe, Fotos und Filme aus Alba Iulia und La Paz, so dass sich alle vom Erfolg ihrer Hilfe überzeugen können.
Bewusst haben wir beim dritten Sozialprojekt einen Aachener Treffpunkt für Wohnungslose, das Café Plattform, ausgewählt. In dieser Einrichtung der Caritas wird Menschen in Not Hilfe zur Sicherung ihrer notwendigsten Dinge geleistet: ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Nahrung und menschliche Zuwendung, ein Stück „Zuhause“.
Die regelmäßige und langfristige Unterstützung der Kinderheime und des Wohnungslosenprojektes in unserer Stadt ist bei Schülern, Eltern und Lehrern zu einem festen Bestandteil der sozialen Arbeit am Pius-Gymnasium geworden. Jedes Jahr besuchen mehrere Schüler der Jahrgangsstufe 11 das Café Plattform im Rahmen unseres zweiwöchigen Sozialpraktikums.
Auch in anderen Projekten findet eine Auseinandersetzung mit sozialen und ökologischen Problemen in der Welt, besonders der Entwicklungsländer, statt, sei es im Unterricht (Zusammenarbeit mit Misereor, Missio oder dem Päpstlichen Kindermissionswerk) oder in regelmäßigen Aktionen wie dem GEPA-Stand in der Aula, wo Schüler/innen fair gehandelte Waren wie Kaffee, Tee und Schulartikel verkaufen.
Hermann Diederichs